Zum Inhalt springen
РусскийFrançaisEnglishУкраїнськаDeutschNederlandsItaliano

Vision

Identität, Berufung und Sendung der Erzdiözese sind unauflöslich mit den Umständen und Bedingungen ihrer Entstehung verbunden – der russischen Revolution (dem bolschewistischen Staatsstreich), der Errichtung eines atheistischen Regimes und der daraus folgenden starken Emigration nach Westeuropa und insbesondere nach Frankreich.

Dieser Inhalt wird von Vimeo bereitgestellt. Wenn Sie ihn anzeigen, akzeptieren Sie, dass Vimeo Cookies setzt und Nutzungsdaten erhebt.

Eingesetzt vom heiligen Patriarchen Tichon von Moskau und von ihm sodann Erzbischof Eulogius anvertraut (Erlass vom April 1921) (siehe die Rubrik Geschichte), wird die Erzdiözese von den beiden Merkmalen geprägt sein, die von demjenigen ausgingen, der im Januar 1922 Metropolit Eulogius wurde: Erbe der russischen orthodoxen geistlichen Tradition, wie sie insbesondere durch das Moskauer Landeskonzil (1917-1918) neu belebt wurde (pastorale Sorge, Aufnahme von Migranten), und Sendung im Aufnahmeland, die sich notwendigerweise in eine Perspektive der Erneuerung und der Vielfalt einfügt.

Jenseits der Wechselfälle einer Geschichte, die sich über beinahe 100 Jahre erstreckt (siehe die Rubrik Geschichte), und der ekklesiologisch-kanonischen Erschütterungen, die sie bewegt haben und die sie heute zur Angliederung an das Moskauer Patriarchat geführt haben, aus dem sie hervorgegangen ist, zeigt sich klar, dass die Erzdiözese ein bevorzugter kirchlicher Raum des Zeugnisses und der Mission gewesen ist. Auch wenn einige große Namen, die dem Moskauer Patriarchat treu geblieben sind, nicht vergessen werden dürfen, ist die Ausstrahlung der Orthodoxie in der Diaspora in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Wesentlichen den Theologen zu verdanken, die sich um das Institut St. Sergius in Paris versammelten, aus dem auch das St. Vladimir’s Seminary in New York hervorgegangen ist, und in der Folge allen in dieser Tradition ausgebildeten Theologen.

Diese Schule, die als »Pariser Schule« bezeichnet wird, hat die orthodoxe Theologie, Spiritualität und Ekklesiologie in der Fortführung der russischen theologischen und geistlichen Erneuerung wiederentdeckt und bekräftigt. Dadurch hat sie Offenheit und ein wohlwollendes Entgegenkommen hervorgerufen, was heute die europäische Dimension der Erzdiözese, ihre Vielvölkerigkeit und ihre liturgische Mehrsprachigkeit erklärt. Durch dieses offene und einende Zeugnis, getragen vom geistlichen Vermächtnis des Metropoliten Eulogius –»Die Freiheit des Geistes in der Kirche ist heilig« haben viele Mitglieder der Erzdiözese, Kleriker und Laien, gemeinsam mit anderen maßgeblich zur Begegnung mit Orthodoxen anderer nationaler und jurisdiktioneller Herkunft beigetragen.

Die neuen Gegebenheiten, namentlich die Mobilität von Menschen und Informationen im allgemeinen Rahmen der »Globalisierung«, haben sich auf das Leben hier in Westeuropa ebenso ausgewirkt wie auf den gesamten orthodoxen Raum. Während sie ihre pastorale Zuwendung gegenüber den einheimischen Westeuropäern, die sich vor Ort zum orthodoxen Bekenntnis bekennen, weiterentwickelt, bewahrt die Erzdiözese ihre Aufmerksamkeit für die Gläubigen aus den ersten Emigrationen und ihre Nachkommen; sie berücksichtigt auch, so weit es ihre Möglichkeiten erlauben, die Ankunft von Neuankömmlingen aus Osteuropa, die aus anderen kirchlichen Kulturen stammen. Junge Männer und Frauen, die in den Ländern Westeuropas geboren und vollständig integriert sind, finden in unseren multiethnischen und multikulturellen Kirchen oft ein günstiges Umfeld, das sie davon abhält, einen Glauben und eine Kirche aufzugeben, die sie oft als »fremd« empfanden.

Die Erzdiözese, ein heute dem Moskauer Patriarchat angegliedertes Bistum, das wesentliche Autonomie – theologisch, liturgisch und pastoral – (aber auch administrativ und finanziell) genießt, verfügt über alle Voraussetzungen, um ihre Sendung fortzusetzen, die letztlich seit ihren Anfängen die ihre war: den orthodoxen Glauben hier und jetzt zu bezeugen und an seiner Einheit zu wirken in dieser Welt »damit die Welt glaube«. Auf dieser Grundlage und in dieser Perspektive wird sich die Erzdiözese trotz der Schwierigkeiten und Hindernisse geopolitischer Art an jeder Initiative beteiligen, die geeignet ist, die kanonische Situation der lokalen Orthodoxie zu verbessern, unter Achtung der Ekklesiologie der Gemeinschaft.

Da die Erzdiözese zudem in Ländern lebt, in denen die Orthodoxie eine Minderheit ist, will sie ihr Zeugnis auch unter Achtung der lokalen christlichen Identitäten fortsetzen, die Erben anderer geistlicher und theologischer Traditionen sind. So knüpfen, pflegen und entwickeln die Gemeinden der Erzdiözese geschwisterliche Beziehungen zu christlichen Gemeinschaften anderer Konfessionen, von denen sie bisweilen Hilfe und Unterstützung erhalten. Sie beteiligen sich häufig, wie Metropolit Eulogius, am ökumenischen Dialog und an den Gebeten für die Einheit der Christen und knüpfen Bande auf der Ebene der Pfarrgemeinden, während sie zugleich ein Zeugnis gemeinsamen Dienstes in der Gesellschaft geben.