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1. Januar 2026

Weihnachtsbotschaft von Patriarch Kirill von Moskau und ganz Russland

An die Erzhirten, Hirten, Diakone, Mönche und Nonnen und an alle gläubigen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte Erzhirten, ehrwürdige Priester und Diakone, gottliebende Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

Nehmen Sie meine besten Wünsche zum strahlenden Fest der Geburt unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus Christus entgegen. „ Christus wird geboren, preist Ihn; Christus kommt vom Himmel, geht Ihm entgegen; Christus ist auf Erden, erhebt euch “ (Hirmos der ersten Ode, Kanon der Geburt Christi): Mit diesen Worten des altehrwürdigen Kirchenhymnus wende ich mich an Sie.

Der Apostel Paulus nennt die göttliche Menschwerdung das große Geheimnis der Frömmigkeit (1 Tim 3,16). Vor diesem Geheimnis verstummt alle irdische Weisheit zitternd. Vor ihm verblasst alle eitle menschliche Wissenschaft. Es vermag das verhärtetste und versteinertste Herz zu entwaffnen und zu erweichen. Inmitten der Grausamkeit und Feindseligkeit der Welt wird Der geboren, Der allein von aller Spaltung heilen, uns den wahren Frieden und das echte Glück schenken kann.

Seit die Sünde in das menschliche Leben eingetreten ist, herrscht auf Erden tragisch die Spaltung; die Welt, von ihrem Schöpfer, der wahren Quelle des Lichts, losgerissen, ist unaufhaltsam in Finsternis und Chaos versunken. Doch Gott hat Sein Geschöpf nicht verlassen, Er hat ihm Seine Fürsorge nicht verweigert. Geduldig bereitete der Herr unser Heil vor, wurde Mensch, brach in die Geschichte der Menschheit ein und wurde einer von uns. Der Sohn Gottes wurde Menschensohn, uns in allem gleich außer der Sünde. Die schmerzliche Frage, die einst im Garten des Paradieses erklang – „Adam, wo bist du?“ –, findet endlich ihre Antwort in der demütigen Grotte bei Bethlehem. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel (1 Kor 15,47), schreibt der Apostel Paulus. In Christus, wie in einem neuen Adam, hat Gott die Welt mit sich selbst versöhnt (vgl. 2 Kor 5,19) und die menschliche Natur erneuert, indem Er sie von den Wunden der Sünde heilte.

Das Leben des Menschen und das der ganzen Welt kann nur in Gott genesen: Das ist die einfache, aber wesentliche Wahrheit, die das heutige Fest offenbart. Wie sollte man nicht an jene inspirierten Worte des heiligen Augustinus denken, der in Furcht und Ehrfurcht die Weisheit der Vorsehung des Allerhöchsten preist: „ Du hast uns auf Dich hin geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es ruht in Dir “ (Bekenntnisse). Der Mensch, der seit der Erschaffung der Welt zur Ewigkeit berufen ist, findet allein in Jesus Christus die Einheit mit Gott und einen wahren Sinn seines Lebens.

Die Ankunft des Erlösers in der Welt ist vor allem die Offenbarung der Liebe Gottes zu den Menschen: eine grenzenlose und allmächtige Liebe, eine sanfte Liebe, die alles erträgt, alles glaubt, alles hofft, allem standhält (1 Kor 13,7).

Wie können wir der unermesslichen Liebe unseres Schöpfers würdig antworten und uns Ihm nähern? Unsere Nähe zu Ihm wird erworben und bestätigt durch die Befolgung der Grundsätze des Evangeliums, durch Geduld, durch aufrichtige Liebe zueinander und dadurch, dass wir unsere Einheit mit Christus im Sakrament der Heiligen Eucharistie beständig erneuern.

Die Geburt Christi ist das Fest der Hoffnung. Das Fest des Friedens. Das Fest der sanften Freude. Indem wir den neugeborenen Erlöser preisen und mit unseren Gesängen und heiligen Hymnen empfangen, wollen wir uns daran erinnern, dass die hohe Berufung des Christen darin besteht, das Licht der Welt und das Salz der Erde zu sein (Mt 5,13–14). Darum, solange wir noch Gelegenheit dazu haben, lasst uns allen Gutes tun, besonders aber den Glaubensgenossen (Gal 6,10). Bringen wir den Betrübten Hoffnung, trösten wir die Verzweifelten, teilen wir unsere Freude mit denen, die uns nahestehen, und mit denen, die uns ferner stehen, helfen wir denen, die Hilfe brauchen. Wenn wir so handeln, werden wir wahrhaftig der Wohlgeruch Christi (2 Kor 2,15) werden und dem neugeborenen Herrn Gaben darbringen, die Ihm wohlgefallen.

A n diejenigen, die aus verschiedenen Gründen noch außerhalb des heilbringenden Raumes der Kirche stehen und keinen Anteil am Leben der Gemeinschaft Christi haben, richte ich diesen Aufruf: Öffnet euer Herz Dem, der die Welt so sehr geliebt hat, dass Er Seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe (Joh 3,16). Preisen wir also den Herrn und Erlöser für Sein unaussprechliches Erbarmen und Seine Menschenliebe.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und wünsche Ihnen auch Standhaftigkeit der Kräfte und die unerschöpfliche Freude über den soeben geborenen Erlöser. Gnade und Friede sei mit euch von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! (Eph 1,2). Amen.

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+ KIRILL, PATRIARCH VON MOSKAU UND GANZ RUSSLAND

Geburt Christi

2025 / 2026

Moskau